Robert Bruchs Luxemburgischer Sprachatlas (LSA)

von Jan Goossens

Das Manuskript des LSA, das Robert Bruch dem Deutschen Sprachatlas zur Verfügung stellte, umfaßt eine Seite Erläuterungen über das Material, über die Reihenfolge und Einrichtung der Karten und die Lautschrift, ferner eine Grundkarte, eine Karte mit den Belegorten und 179 Sprachkarten. Es wurde dem Deutschen Sprachatlas ohne Kommentarband überreicht. Jedoch erklärte Bruch am Schluß seiner Vorbemerkung: "Die Karten sind ursprünglich als Grundlage meiner (staatlichen) luxemburgischen Doktordissertation PHONETIQUE HISTORIQUE ET COMPAREE DES PARLERS LUXEMBOURGEOIS, EN RAPPORT AVEC LES PARLERS WALLONS ET LORRAINS LIMITROPHES gezeichnet worden." Von dieser Arbeit heißt es in der Einleitung des Lux. WB., daß sie "leider... wegen ihrer Ausdehnung Manuskript geblieben ist" (S. XVII). Bei dem Wort "Ausdehnung" muß man an erster Stelle an die Sprachkarten denken, m.a.W. an den vorliegenden Atlas.

Bruch hat aber später seine PHONETIQUE überarbeitet und ausgedehnt. Die Ergebnisse dieser Überarbeitung waren seine gedruckten Hauptwerke: die GRUNDLEGUNG und LUX. WESTFR. KR. Diese beiden Bücher enthalten alles in der PHONETIQUE Gesagte gehen aber noch weit über diese hinaus. Es ist also deutlich, daß diese Werke beim Studium der vorliegenden Karten unentbehrlich sind. Außerdem hat Bruch noch eine Menge von Einzelfragen aus der Sprachgeographie Luxemburgs in verschiedenen Aufsätzen und in seiner LUX. GRAMM, untersucht.

Um dem Benutzer des vorliegenden Bandes Bruchs Deutungen der sprachgeographischen Erscheinungen leichter zugänglich zu machen, versahen wir das Verzeichnis der Karten mit bibliographischen Noten. In diesen Noten wird nicht nur auf Bücher und Aufsätze von Bruch, sondern auch auf zwei andere Arbeiten, die für die luxemburgische Dialektgeographie wichtig sind, verwiesen: Huss, STUDIEN und PALGEN, STUDIEN [1].

An den in diesem Verzeichnis angeführten Stellen sind die angegebenen Wörter oder Wortformen besprochen. Das bedeutet aber nicht, daß bestimmte, von den auf Karten gebrachten Wörtern illustrierte Spracherscheinungen nicht auch an anderen Stellen in größeren Zusammenhängen behandelt sein können. Es sei hier ausdrücklich auf die Inhaltsübersichten in GRUNDLEGUNG und Lux. WESTFR. KR. und vor allem auf den ausführlichen Sachweiser für diese beiden Bücher in Lux. WESTFR. KR. hingewiesen. Ebenfalls möchten wir betonen, daß der umfangreiche und wichtige Aufsatz GERMANISCHE UND ROMANISCHE ê- UND ô-DIPHTHONGIERUNGEN (Deutsche Wortforschung in europäischen Bezügen, Band 2. Gießen 1963, S. 409-467), der für die Kenntnis der Bruchschen Interpretationen der luxemburgischen Lautgeschichte von wesentlicher Bedeutung ist, nicht im Inhaltsverzeichnis verarbeitet werden konnte, weil er sich nicht in eine Reihe von Hinweisen einfügen ließ.

 


[1] Als Ausgangspunkt für die Einteilung der Karten wählten wir den mhd. Vokalismus (vgl. unten). In vielen Fällen behandeln die angegebenen Arbeiten aber nicht den Vokalismus, sondern den Konsonantismus oder noch andere Aspekte des betreffenden Wortes.