Die Grundkarte

Beim Zeichnen der Karten benutzte Bruch als Unterlage die GRUNDKARTE ZUM LUXEMBURGISCHEN SPRACH- UND VOLKSKUNDEATLAS von Paul Jost [2], gezeichnet auf Maßstab 1:200000. Diese Karte wurde auch bei der vorliegenden Veröffentlichung verwendet. Aus praktischen Gründen wurde sie auf 1:250000 verkleinert.

Die Kreise, die die Belegorte andeuten, sind im Gegensatz zum Bruchschen Ms. ausgefüllt, damit auf jeder Karte leicht erkennbar wird, für welche Orte Material vorliegt und für welche nicht. Dem Gradnetz nach Ferro fügten wir die Grad- und Minutenzahlen hinzu. Die waagerechten und senkrechten Streifen des Gradnetzes haben wir mit den Buchstaben und Zahlen, mit denen sie im DEUTSCHEN WORTATLAS gekennzeichnet sind, versehen. Weiter sind der Jostschen Grundkarte die folgenden Einzelheiten hinzugefügt: die wichtigsten Flußläufe, die Namen der Kantonshauptorte und die Westgrenze der germanischen Mundarten.

Die Sprachgrenze läßt sich, insofern sie mit der luxemburgisch-belgischen Reichsgrenze zusammenfällt oder auf belgischem Boden verläuft, annähernd aus der Karte von Jost ablesen: "71 Ortschaften der belgischen Provinz Luxemburg, in denen jetzt noch oder noch bis vor kurzem die luxemburgische Mundart gesprochen wurde, sind auf die Grundkarte aufgenommen worden" [3]. Jost hat bei der Eingliederung der belgischen Orte mit einem germanischen Dialekt offensichtlich Vollständigkeit erstrebt, so daß die Sprachgrenze in Belgien unmittelbar westlich der westlichsten aufgenommenen Orte verlaufen muß. In drei Fällen scheint dies dennoch der Wirklichkeit nicht zu entsprechen, wie übrigens auch Bruch selber festgestellt hat [4]: * 55 Meix-le-Tige (Deutsch-Meir) [5], * 62 Rachecourt (Rösig) und * 70 Halanzy (Holdingen) - aber nicht die Sektionen * 65 Bettenhofen (Battincourt) und * 66 Esch auf der Hurt (Aix-sur-Cloie) - sprechen eine romanische Mundart [6]. Die kurze Strecke der Westgrenze der germanischen Mundarten in Lothringen haben wir nach Wenkermaterial ergänzt [7].

Wir fügten den Sprachkarten die gefaltete Karte 175 hinzu. Sie enthält außer den Nummern auch die Ortsnamen. Durch dieses Verfahren konnten wir auf einen Schlüssel zur Grundkarte verzichten.

 


[2] Vierteljahrsblätter für luxemburgische Sprachwissenschaft, Volks- und Ortsnamenkunde 1939/XVII. S.47-79.

[3] Jost, S. 50.

[4] GRUNDLEGUNG, 110.

[5] Die belgischen Ortsnummern sind, auch in den Legenden der einzelnen Karten, im Gegensatz zu denen des Großherzogtums mit einem Sternchen versehen.

[6] Vgl. für den Verlauf der Sprachgrenze u. a. BERTRANG, 20; E. Legres, LA FRONTIERE DES DIALECTES ROMANS EN BELGIQUE. Liege 1948, S. 45-46; GRUNDLEGUNG, 107-112 und 211-212. Bruch rechnet auf seiner Sprachgrenzkarte (GRUNDLEGUNG, 211) die Orte * 69 Ibingen (Aubange) und * 71 Athem (Athus) zur Romania, weil sie fast völlig romanisiert sind: "Aubange und Athus erwecken durchaus den Eindruck eines frz.-lothr. Industriestädtchens...: die Sprachgrenze schlägt um sie einen Bogen und verweist sie in die Romania", obwohl "das Lx. nach wie vor — bis zum Aussterben seiner letzten einheimischen Sprecher — die einzige bodenständige Ma. bleibt" (GRUNDLEGUNG, 110). Da die auf den vorliegenden Karren gezeichnete Grenze als Westgrenze der germanischen Mundarten gedacht ist, schien es uns richtig, diese beiden Orte als germanisch zu betrachten.

[7] Vgl. übrigens GRUNDLEGUNG, 111-112.